Fliegen – zwischen Vorfreude und Panikattacken

Fliegen – zwischen Vorfreude und Panikattacken

Landeanflug auf Hamburg – ich setzte mich aufrecht hin, meine Kaugummis halte ich fest in der Hand – wie einen kleinen Schatz und den Sicherheitsgurt ziehe ich so fest dass ich kaum noch atmen kann. Das Lächeln weicht aus meinem Gesicht und Gespräche verebben.
Ich habe Angst! Wir sind im Sinkflug und haben die erste Wolkenschicht schon hinter uns gelassen.
Ich sehe die Alster – gerne gehe ich hier spazieren, oder umrunde sie mit dem Fahrrad. Kurz darauf ragt das Radisson Blu in die Luft und dann sehe ich auch schon den Flughafen. Tief Durchatmen – fast geschafft.
Aber wir fliegen weiter, die dichtbesiedelten Randgebiete von Hamburg sind fast nicht mehr zu sehen. Felder, Wiesen und kleine Dörfer. Hübsch – aber warum fliegen wir hier lang? Es vergehen Minuten des Wartens. Lange Minuten!
Ich schaue in die Gesichter anderer Passagiere. Es ist ruhiger geworden im Flieger. Vielleicht bilde ich es mir auch nur ein. Einige schlafen selenruhig. Ich bin fast ein bisschen neidisch auf diese Ruhe. Mein Puls liegt sicher bei 120. Einige Passagiere schauen genauso fragend und verwundert wie ich. Verrücke Gedanken schießen mir durch den Kopf. Vielleicht können die Räder nicht ausgefahren werden, womöglich wird das Flugzeug grade entführt. Warum macht der Pilot keine Durchsage?
Nervös kaue ich auf meinen Kaugummis, Himbeergeschmack. Dann, endlich beginnt der Flieger zu wenden, wir sinken weiter – Landeanflug, jetzt dann aber wirklich. Fünf Minuten später ist Hamburg wieder in Sicht. Ich schließe die Augen und versuche meine Panik zu unterdrücken. Erst als die Räder den Boden berühren beginne ich mich langsam zu entspannen…

Flugangst ist mein ständiger Begleiter auf Reisen. Ich kenne die Statistiken, ich weiß dass ich in einem Flugzeug besser aufgehoben bin als in einem Auto.
Trotzdem buche ich die Sitzplätze immer hinten – dort ist die Überlebenschance höher. Ich fliege nur mit Airlines die in Deutschland Landeerlaubnis haben und checke regelmäßig die Sicherheitsrankings.
Vermutlich ist das größte Problem das ausgeliefert sein, nicht selbst bestimmen zu können, sich auf fremde Menschen zu verlassen – das fällt mir schwer.

Ich dachte immer es wird besser je häufiger man fliegt. Nach nun mehr als 50 Flügen habe ich die Hoffnung aufgegeben und mich fasst an meine Angst beim Starten und Landen gewöhnt.
Auf die Länge des Fluges kommt es gar nicht an – über den Wolken bin ich einigermaßen entspannt. Auch vor dem Flug geht es mir gut.
Beim buchen bin ich ganz euphorisch. Die Nacht vor der Reise bin ich aufgeregt, aber nicht wegen dem Flug. Ich überlege ob wirklich alles Wichtige im Rucksack ist – ist die Kamera aufgeladen und mein Pass noch gültig? Wenn ich mich morgens um 6 Uhr durch die Sicherheitskontrollen quäle bin ich müde, mitunter etwas genervt – noch keine Angst in Sicht.

Das Boarding startet – ich warte ab bis fast alle Passagiere im Flugzeug sind, da ich keine Lust habe ewig anzustehen. Ich ärgere mich noch kurz dass die Gänge immer voll sind, jeder noch etwas verstaut bevor er sich hinsetzt und dadurch ein „Stau“ entsteht.
Meine Angst beginnt erst bei den Sicherheitseinweisungen, erreicht ihren Höhepunkt beim Abheben und endet mit Erreichen der Flughöhe.

Entspannende Musik, Kaugummis, die Statistik vor Augen und natürlich die Vorfreude auf die Reise helfen die Angst zu „überstehen“.

Ihr habt Fragen, Lob, Kritik oder Anregungen?
Dann schreibt mir – gerne per Mail, Facebook oder hinterlasst einen Kommentar.

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