Coca Cola, Fast Food und Energie Verschwendung – Willkommen in Amerika 

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Letzte Woche bin ich aus Florida zurück gekommen. Traumstrände, tolles Wetter und eine unglaubliche Tierwelt. Damit hatte ich gerechnet. Von den USA hatte ich aber nur eine wage Vorstellung. Jeder kennt amerikanische Filme, kitschige Hollywood-Streifen aber auch verdammt gute Kultfilme wie Pulp Fiction.

Gelegentlich habe ich auf meinen Reisen auch Amerikaner getroffen, in Hostels und auf Partys. Alle waren sehr, sehr freundlich – tief gehende Gespräche sind aber nie entstanden.

In diesem Bericht möchte ich mit euch einen anderen, kritischen, sehr persönlichen Blick auf das Land der unbegrenzten Möglichkeiten teilen.

Plastik, Plastik und noch mehr Plastik
Abwaschen? Nö! Schon im Hostel in Miami begann mein persönlicher Plastikalptraum. Es gab kein Geschirr in der Küche, nicht mal einen Herd. Auch kein Besteck. Gegessen wurde von Pappteller mit Plastikbesteck.
Auch den morgendlichen Kaffee genossen wir aus einen Papp- oder Styroporbecher – umgerührt mit einen Plastikrührstäbchen und gesüßt mit doppelt verschweißtem Zucker – in mini Einzelltütchen abgepackt. Schon nach dem ersten Kaffee hatte ich das Gefühl einen riesigen Berg Müll produziert zu haben, ganz abgesehen von der Zeit die das aufwändige auspacken in Anspruch nahm.

Gut, Hostels sind für viele ja nur etwas bessere Jugendherbergen für feierwütige Mittzwanziger. Aber auch in Restaurants habe ich vergebens auf ein echtes Messer gewartet. Fleisch schneiden mit einem stumpfen Plastikmesser erinnert mich eher an eine Grillparty im Sommer im heimischen Stadtpark, nicht an ein Steak am Ozean Drive in Miami.

Fast Food
Man hat in Florida die Wahl zwischen günstigem, ungesunden Essen und furchtbar überteuertem gesunden Essen. Wir wären fast verhungert 🙂 zumindest habe ich nicht zugenommen im Urlaub. Überall finden sich bekannte Fast Food Ketten, Dinner und Imbisse. Und dort gibt es überall das selbe, vor fett triefende, Essen – zu dem ganz amerikanisch Chips gereicht werden. Und nein – nicht Pommes, richtige Chips. Die gibt es praktisch überall zu kaufen und zum Abendessen einfach dazu.

Natürlich gibt es auch Restaurants in denen vollwertiges, gesundes Essen serviert wird, dort kostet ein Gericht dann aber auch ab 20€.

Im Supermarkt nimmt das Drama seinen Lauf. Es gibt eine ganze Abteilung für Chips und das Mikrowellenessen beansprucht deutlich mehr Platz als die Obst- und Gemüseabteilung. Auch dort – alles gesunde war sehr teuer! Ich hatte sicher noch nie in meinem Leben so viel Lust auf einen frischen Salat oder einen Obstteller.

Alle Motels und Appartements hatte ich mit Küchennische gebucht. Einen entspannten Koch-Abend hatten wir trotzdem nicht. Unter einer Küchennische versteht man in Florida einen Kühlschrank, eine Mikrowelle und eine Kaffeemaschine für Kaffeepads, natürlich einzeln verschweißt und abgezählt – für jeden Gast ein Pad pro Tag. Aber zu viel Kaffee ist ja eh ungesund 😉
Kochutensilien, Teller und Besteck gab es nicht. Nicht mal aus Plastik.
Leider waren wir also meist auf das Essen im Dinner und Restaurant angewiesen.

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Umweltbewusstsein? Was war das bloß noch…?
Auf jeden Fall nicht im Sunshine State die Straßenlichter den ganzen Tag brennen zu lassen. Vielleicht bin ich jetzt auch etwas kleinlich, aber ich verstehe wirklich nicht warum in einem Bundesstaat in dem durchschnittlich an 361 Tagen im Jahr die Sonne scheint zusätzlich die Stadt- und auch Straßenbeleuchtung  in hellem, sonnigen gelb strahlen muss. Gibt es in Amerika keine Zeitschaltuhren?

Darüber was die Berge an Plastikmüll die durch das Essen entstehen mit der Umwelt machen mag ich gar nicht weiter nachdenken.

Alles ist klimatisiert – überall. Ja, 30 Grad im Schatten sind warm. Aber ich mag das sehr, unter anderem deshalb mache ich Urlaub in Florida und nicht in Kanada. Allerdings hat mich jeder Gang in den Supermarkt, in Geschäfte, Bars, Restaurants und öffentliche Verkehrsmittel meinen Wintermantel vermissen lassen. Selbst in Bars unter freiem Himmel werden die Gäste mit vorgekühlter Luft aus einem Ventilator angepustet. Wie viel Energie wohl nur dafür verbraucht wird!?

Radfahren oder zu Fuß gehen? Warum? Niemand macht das und leider ist es selbst in den kleineren Urlaubsorten an der Küste kaum möglich seine Erledigungen und Einkäufe zu Fuß zu besorgen, es sein denn man ist Marathonläufer. Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken und Restaurants befinden sich fast ausschließlich am Rand der Wohngebiete, so dass wir oft erst 7 Meilen fahren mussten. Alles ist auf Bequemlichkeit ausgelegt, riesige Parkplätze vor jedem Laden, fast alles hat einen Drive Inn – auch die Apotheke und die Post. Sollte man doch mal aussteigen müssen trennen einen nur wenige Schritte vom klimatisieren Jeep zum klimatisierten Geschäft. Auf den sauberen und schön angelegten Gehwegen unter Palmen sieht man nie Menschen – schon etwas strange.

Das hört sich alles ziemlich negativ an – die wunderschönen Sonnenauf- und Untergänge und die einmalige Natur lassen mich aber über meine Kritik hinwegsehen. Sicher werde ich noch mal in die USA reisen. Dann weiß ich was mich erwartet und ich werde sicher ein paar Vitamintabletten einpacken  🙂

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